Skonto: Richtig rückwärts rechnen!

Moritz Buhl

Es kann nicht oft genug wiederholt werden: Wenn dir ein Geschäftspartner Skonto anbietet, solltest du dich nicht zweimal bitten lassen. Wer kein „Skonto zieht“, kann entweder nicht rechnen, ist schlampig oder steckt in Zahlungsschwierigkeiten. Den Hintergrund dieser Kaufmanns-Weisheit findest du im Beitrag „Skonto? Wer es nicht nutzt, ist selber schuld!

„Preisnachlässe zur Hebung der Zahlungsmoral“ kannst du umgekehrt natürlich auch deinen Kunden gewähren: Damit für dich unterm Strich der gewünschte Verkaufserlös übrigbleibt, darfst du dann jedoch nicht vergessen, den späteren Skontoabzug von vornherein in deine Angebotspreise einzukalkulieren: Das tun deine Lieferanten und Dienstleister ihrerseits schließlich auch.

Skontosatz einfach „aufschlagen“?

Mal angenommen, du möchtest einem Geschäftspartner einen Preisnachlass von 2 % Skonto gewähren, um den zeitnahen Zahlungseingang sicherzustellen (z. B. innerhalb von 14 Tagen). Die dazugehörige Zahlungsbedingung lautet dann etwa so: „Zahlbar innerhalb von 14 Tagen abzüglich 2 % Skonto. Innerhalb von 30 Tagen rein netto.“

Damit nach dem Skontoabzug eine bestimmte Einnahme übrig bleibt (zum Beispiel 5.000 Euro), ist es nicht damit getan, einfach den Skonto-Prozentsatz 2% aufzuschlagen, um den Angebotspreis vor dem Skontoabzug zu ermitteln:

  • Du rechnest: 5.000 Euro plus 2% (100 Euro) = 5.100 Euro.
  • Kunde rechnet: 5.100 Euro minus 2% = 4.998 Euro.

Zugegeben: Die Größenordnung stimmt und 2 Euro sind kein Beinbruch – aber der Rechenweg enthält ganz offensichtlich einen Denkfehler. Bei reinen Skonto-Kalkulationen wiegt der zwar nicht besonders schwer: Bei etwas anspruchsvolleren Angebotskalkulationen führt er jedoch zu folgensschweren Fehlern.

Angebotskalkulation: Richtig rückwärts rechnen!

Profis kalkulieren den Angebotspreis ausgehend vom tatsächlich angestrebten Erlös (= „Barverkaufspreis“) rückwärts. Der richtige Rechenweg sieht in unserem Skonto-Beispielfall so aus:

  • Skonto (Schnellzahlerrabatt): 2 %
  • gesucht ist der Zielverkaufspreis (inklusive Skonto = 100 %).
  • gesetzt ist der Barverkaufspreis: 5.000 Euro (= 98 %)

Die passende Formel der Rückwärts-Kalkulation (= Im-Hundert-Rechnung) lautet daher:

Skonto-Formel

Probe aufs Exempel: 5.102,04 Euro minus 2 % = 5.000 Euro.

Ob du deinen Kunden tatsächlich den „krummen“ Zielverkaufspreis anbietest oder dich doch für einen runden Betrag entscheidest, bleibt dir überlassen.

Und die Umsatzsteuer?

Kaufleute gehen bei ihren Preiskalkulationen grundsätzlich von den angestrebten Nettoerlösen aus. Die Umsatzsteuer wird erst ganz zum Schluss aufgeschlagen. So auch bei der Skonto-Berechnung: Unterm Strich macht die Umsatzsteuer keinen Unterschied.

Wenn wir bei unserem Beispiel nachträglich die Umsatzsteuer berücksichtigen, sieht die Kalkulation so aus:

  • 102,04 Euro zzgl. 19 % USt. = 6.071,43 Euro (brutto)
  • 071,43 Euro abzgl. 2 % Skonto = 5.950 Euro (brutto)
  • 950 Euro (brutto) / 1,19 = 5.000 Euro (netto)

Preisnachlässe mit invoiz festlegen

Falls du deinen Kunden Skonto, Rabatte und andere Preisnachlässe bieten willst, lässt dir invoiz alle Freiheiten. Die Voreinstellung der Zahlungskonditionen erledigst du im Bereich „Einstellungen > Zahlungsbedingungen“. Dort findest du bereits eine ganze Reihe üblicher Konditionen:

Zahlunsbedingungen in invoiz einstellen

Wenn du mit der Maus über eine der Eintragungen fährst (oder mit dem Finger darauf tippst“) erscheint ein Stiftsymbol. Per Mausklick oder Fingertipp auf das Symbol öffnest du den Einstellungen-Dialog „Zahlungsbedingung bearbeiten“:

Zahlungsbedingungen in invoiz bearbeiten

Hier kannst du an folgenden Stellschrauben drehen:

  • (1) Zahlungsziel (= Zeitpunkt der Zahlungs-Fälligkeit ohne Skontoabzug),
  • (2) Skonto-Prozentsatz und
  • (3) Skontofrist in Tagen.

Außerdem passt du bei Bedarf die Skonto-Textbausteine an, die auf deinen (4) Angeboten und (5) Rechnungen erscheinen sollen. Indem du ein Häkchen vor die Option (6) „Standard-Zahlungsbedingung“ setzt, übernimmst du den betreffenden Schnellzahlerrabatt als Voreinstellung.

Der erscheint dann standardmäßig am unteren linken Seitenrand deiner Ausgangsrechnungen:

Skonto Rechnung in invoiz

Zusatztipp: Wenn du bestimmten Kunden andere Zahlungsbedingungen einräumen möchtest, kannst du das auf unterschiedlichen Wegen tun:

Sonderkonditionen auf Rechnungsebene

Um im Einzelfall eine andere Zahlungsbedingung auszuwählen …

  • klickst du im Dialog „Rechnung bearbeiten“ am unteren linken Rand der Rechnung auf die Standard-Zahlungsbedingung und
  • suchst aus der daraufhin geöffneten Auswahlliste die für diese Rechnung gewünschte Zahlungsbedingung heraus:

Rechnung in invoiz bearbeiten

invoiz Screenshot

Dein Finanz- und Rechnungstool

Sonderkonditionen auf Kundenebene

Um einem bestimmten Kunden dauerhaft eine andere als die Standard-Zahlungsbedingung einzuräumen…

  • wechselst du in den Arbeitsbereich „Kunden“,
  • suchst den betreffenden Kunden heraus und
  • wechselst in den Bearbeitungsmodus (Mausklick auf das Stiftsymbol am oberen rechten Seitenrand):

Kunde in invoiz bearbeiten

Daraufhin landest du im Stammdaten-Dialog „Kunde bearbeiten“. Dort …

  • scrollst du runter bis zum Abschnitt „Konditionen,
  • suchst aus der Auswahlliste „Zahlungsbedingung“ den passenden Eintrag heraus und
  • klickst oder tippst zum Abschluss auf „Speichern“:

Kunde in invoiz bearbeiten Teil 2

Das war’s dann auch schon: Easy, oder?

Noch Fragen?

Was du beim Start in die Selbstständigkeit in Sachen Rechnungstellung und Buchführung sonst noch alles beachten solltest und wie invoiz dir dabei hilft, erfährst du auf folgenden Seiten:

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