Angebot schreiben – so einfach geht’s!

Moritz Buhl

Ein tolles Angebot schreiben ist die Voraussetzung für einen lukrativen Auftrag. Daher ist ein Angebot für dich Chance und Risiko zugleich. Wir zeigen dir, worauf du achten musst.

Zu Beginn die juristischen Fakten: Ein Angebot ist das Kernstück jeder Vertragsanbahnung. Ein Vertrag ist die Einigung über die Abwicklung zweiseitiger Rechtsgeschäfte. Für das Zustandekommen eines Vertrags sind übereinstimmende Willenserklärungen der beiden Vertragspartner über den Vertragsinhalt notwendig.

Ein Angebot zu schreiben ist eine dieser Willenserklärungen. Üblicherweise gibt der Anbieter das Ausgangsangebot ab. In der Praxis werden viele Angebote mündlich abgegeben. Schriftliche Angebote haben jedoch den Vorteil, dass alle wichtigen Aspekte festgehalten und somit immer nachlesbar sind.

Aber: Es gibt noch viele weitere Gründe, professionelle Angebote zu schreiben. Dabei ist die rechtliche Absicherung nur einer davon – und nicht einmal der wichtigste Vorteil schriftlicher Angebote. Detaillierte Infos zu unseren neun Argumenten findest du im Blogbeitrag: „9 Gründe, warum du professionelle Angebote schreiben solltest“.

In diesem Video haben wir diese neun Gründe noch einmal auf die fünf wichtigsten eingedampft:

Zeit in Angebote investieren?

Warum es sich lohnt, professionelle Angebote zu schreiben, verraten wir dir in diesem Video.

Wie kann ich ein rechtssicheres Angebot schreiben?

Abgesehen von Lieferterminen, Freizeichnungsklauseln und anderen Informationen zur Vertragsanbahnung enthält ein Angebot dieselben Angaben wie die spätere Rechnung:

  • Angebots-Absender und Kontaktdaten,
  • eindeutiger Adressat (nur er darf deine Angebotskonditionen in Anspruch nehmen!),
  • Datum deines Angebots,
  • Angebotsnummer (hilfreich, um hinterher den passenden Vorgang zu finden),
  • möglichst genaue Art, Bezeichnung, Qualität und Preis der Ware bzw. Art, Umfang und Vergütung der Dienstleistung oder des Werks,
  • bei Versandgeschäften Kosten der Verpackung, Versicherung, des Transports,
  • Liefertermin und Zahlungsbedingungen sowie
  • zeitliche, mengenmäßige und sonstige Begrenzungen der Angebotsgültigkeit durch Freizeichnungsklauseln.

Beispiel Angebot Webdesign in invoiz

Was sind „Freizeichnungsklauseln“ im Angebot?

Zudem hast du die Möglichkeit, ein Angebot zu erstellen, dass deine rechtliche Bindung einschränkt. Dafür gibt es sogenannte Freizeichnungsklauseln. Mit diesen kommunizierst du, dass dein Angebot nur bedingt oder befristet gültig ist. Freizeichnungsklauseln kannst du im Angebot nutzen, damit Einschränkungen

  1. zeitlich,
  2. preislich,
  3. mengenmäßig und sogar
  4. komplett unverbindlich erfolgen.

Bei „freibleibenden“ oder „unverbindlichen“ Angeboten gibt es allerdings auch ein paar Fallstricke. Denn rechtlich sind sie nicht komplett folgenlos. Falls ein Kunde einem solchen Angebot zustimmt, gibt er seinerseits nur ein Angebot ab. Damit ein Vertrag zustande kommt, ist dann aber ausnahmsweise keine ausdrückliche zweite Willenserklärung nötig:

In diesem Fall jedoch gilt ein Schweigen ausnahmsweise als Zustimmung. Wenn du auf die Kundenbestellung überhaupt nicht reagierst, kommt automatisch ein Vertrag zustande! Juristen nennen das eine „stillschweigende Willenserklärung“, „schlüssiges Verhalten“ oder auch „konkludente Handlung“.

Detaillierte Informationen zu dem Einsatz von Freizeichnungsklauseln kannst du im Beitrag „Vorsicht: Vertragsschluss trotz Freizeichnungsklausel!“ nachlesen.

Kann ich ein Angebot schreiben und nachträglich ändern?

Grundsätzlich kannst du ein Angebot nachträglich ändern und ein neues schreiben– vorausgesetzt, der betreffende Vertrag ist noch nicht zu Stande gekommen. Fehler passieren jedem, denn jeder kann sich mal irren oder seine Meinung ändern.

Im Folgenden geben wir dir einen kurzen Überblick zu den wichtigsten Fakten zur Angebotsänderung. In unserem Blogbeitrag „Angebot nachträglich ändern: Geht das überhaupt?“ findest du die detaillierten Ausführungen.

a) Angebot ändern bei bereits geschlossenem Vertrag

Wenn der Vertrag bereits geschlossen ist, kannst du dein Angebot nicht mehr ändern. Du hast dann aber immer noch die Möglichkeit, den geschlossenen Vertrag zu widerrufen:

  • Mit Einverständnis deines Vertragspartners ist das selbstverständlich jederzeit möglich.
  • Gegen den Willen deines Geschäftspartners hast du nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn dir beim Angebot ein Irrtum unterlaufen ist. Das ist zum Beispiel bei Tippfehlern der Fall – wenn etwa der Angebotspreis ganz offensichtlich falsch ist (z. B. 250 Euro statt 2.500 Euro).

Zudem kannst du vom Vertrag zurücktreten. Im ungünstigsten Fall musst du dann jedoch mit Schadenersatzforderungen deines Geschäftspartners rechnen. Unter Umständen hat der ja im Vertrauen auf dein Angebot bereits weitreichende Folgeentscheidungen getroffen. An der Tagesordnung sind Rechtsstreitigkeiten aufgrund fehlerhafter Angebote zwar nicht – auszuschließen aber leider auch nicht.

b) Angebot ändern bei abgelaufener Annahmefrist

Wenn die Annahmefrist bereits abgelaufen ist, brauchst du dir über die rechtliche Seite einer Angebotsänderung keine Sorgen machen. Da das ursprüngliche Angebot sowieso erloschen ist, ist es nicht rechtlich bindend und du musst es noch nicht einmal zurückziehen.

Bei Bedarf schickst du einfach ein neues Angebot hinterher. Es handelt sich um einen Großauftrag oder einen Stammkunden? Dann erläutere die Änderung deiner Konditionen und bitte deinen Geschäftspartner um Verständnis.

c) Angebot ändern während der Annahmefrist

Du hast ein verbindliches und unbefristetes Angebot erstellt, das noch in der Schwebe ist? Dann setz dich möglichst schnell persönlich mit deinem Geschäftspartner in Verbindung. Deine mündlich mitgeteilten Änderungswünsche bestätigst du anschließend sicherheitshalber noch einmal schriftlich. Am besten schickst du ein komplett neues Angebot unter einer neuen Angebotsnummer hinterher.

Wie lange bleibt mein Angebot gültig?

Auch ohne ausdrückliche Befristung hat dein Angebot nur eine vergleichsweise kurze Mindesthaltbarkeit. Du musst nicht befürchten, dass ein Kunde Jahre später ein längst vergessenes Angebot annimmt und auf seine Erfüllung pocht. Sofern du in dein Angebot keine Befristung oder sonstigen Vorbehalte eingefügt hast, gelten die allgemeinen Vorschriften des BGBs:

  • Gemäß 145 BGB bist du grundsätzlich erst einmal an den Inhalt eines verbindlichen Angebots gebunden. Dort heißt es: „Wer einem anderen die Schließung eines Vertrags anträgt, ist an den Antrag gebunden, es sei denn, dass er die Gebundenheit ausgeschlossen hat.“
  • Ein Angebot erlischt gemäß 146 BGB, wenn es abgelehnt oder nicht rechtzeitig angenommen wird. Die rechtzeitige Annahme wiederum ergibt sich aus der Situation, während der das Angebot abgegeben wurde:
    • Unter „Anwesenden“ (beispielsweise bei persönlichen Gesprächen und Telefonaten) kann ein Angebot nur sofort angenommen werden. Das ist in 147 Abs. 1 BGB geregelt. Ohne Annahme ist das Angebot nach Ende des Gesprächs oder Telefonats automatisch obsolet.
    • An „Abwesende“ gerichtete, schriftliche Angebote können gemäß 147 Abs. 2 BGB „nur bis zu dem Zeitpunkt angenommen werden, in welchem der Antragende den Eingang der Antwort unter regelmäßigen Umständen erwarten darf.“

Tipp: Die Themen „Willenserklärung“, „Antrag“, „Annahme“, und „Vertrag“ sind Neuland für dich? Dann empfehlen wir dir den Beitrag „Angebotserstellung: Was du über Angebote wissen solltest“.

Ein professionelles Angebot schreiben mit invoiz

Mit invoiz kannst du professionell ein Angebot im Handumdrehen schreiben. Mit dabei ist eine kostenlose Angebotsvorlage, die du nutzen kannst, um dein Angebot zu schreiben. Um ein neues Angebot anzulegen, klickst du in der Navigationsleiste auf „Angebote“ und dann auf das Plussymbol oben rechts im Arbeitsbereich. Schon befindest du dich in einer neutralen Angebotsvorlage, die du mit deinen Kunden- und Produktdaten sowie den Angebotskonditionen füllen kannst.

Die Vorlage kannst du im Layout auf deine Bedürfnisse hin anpassen und optimieren. Inhalte und Überschriften der Spalten und Spaltenüberschriften der Angebotsvorlage in invoiz sind standardmäßig branchenneutral gewählt. Du kannst sie aber ganz einfach ändern und / oder ergänzen. So kannst du:

  • vorhandene Bezeichnungen ändern,
  • ganze Spalten löschen oder
  • zusätzliche Spalten einfügen

Angebote schreiben in invoiz: So bearbeitest du Spalten

Zum Schluss kannst du dein Angebot nach dem Schreiben auch ganz bequem aus invoiz an an deinen potenziellen Kunden versenden.

Lektüretipp: In unserem Schritt für Schritt Tutorial erklären wir dir, wie du in invoiz ein Angebot schreiben und versenden kannst.

Angebot in Rechnung umwandeln

Du hast dein Angebot geschrieben, dein Kunde das Angebot angenommen und du die Arbeiten erledigt. Jetzt wandelst du dein Angebot mit wenigen Mausklicks in invoiz in eine professionelle Rechnung um:

Dafür wechselst du in den Bereich „Angebote“ – „Offen“ und klickst auf das Angebot, welches du in eine Rechnung umwandeln möchtest. Damit öffnest du die Detailansicht des Angebots. Hier klickst du auf den Button „Angebot“ und im folgenden Kontextmenü auf „… in Rechnung umwandeln“.

Daraufhin übernimmt invoiz die Angebotsdaten 1:1 in eine neue Rechnung. Diese Rechnung kannst du sofort abschließen oder auch Änderungen und Ergänzungen vornehmen und sie anschließend abschließen. Im Blogbeitrag „Vom Angebot zur Rechnung in Sekundenschnelle“ zeigen wir dir das Rechnungs-Feintuning ausführlich.

Du kannst invoiz 14 Tage lang kostenlos testen. Registriere dich einfach mit E-Mail-Adresse und Passwort – und sofort steht dir der volle Funktionsumfang zur Verfügung.

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für die super Zusammenfassung zum Thema Angebote.
    Ich habe mich aber noch gefragt, wann mein Angebot rechtlich als angenommen gilt? Reicht hier schon eure integrierte Annahme-Funktion?

    1. Hallo Janine, danke für dein Feedback. Zu deiner Frage: Ja, unsere Annahme-Funktion ersetzt eine mündliche Annahme und ist daher im Normalfall (z.B. wenn nicht explizit eine andere Annahmeform vereinbart wurde) bindend. Dein invoiz-Team

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