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Anmeldung als Kleinunternehmer – so funktioniert’s:

Moritz Buhl

Die Kleinunternehmerregelung ist eine Vereinfachung des Umsatzsteuerrechts. Sie gilt für Unternehmer mit Jahresumsätzen von bis zu 17.500 Euro im Vorjahr und voraussichtlich nicht mehr als 50.000 Euro im laufenden Jahr. Wenn du diese Voraussetzungen erfüllst, kannst du dir die monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen sparen und brauchst deinen Kunden keine Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen. Im Gegenzug verzichtest du aber auch auf die Erstattung der Vorsteuer (das ist der Umsatzsteueranteil deiner geschäftlichen Einkäufe). Soweit so bekannt.

Nicht ganz so bekannt sind folgende Punkte:

  • „Kleinunternehmer“ ist keine besondere Rechtsform: Du bist entweder als Freiberufler, Selbstständiger, Land- oder Forstwirt tätig oder du betreibst als Einzelunternehmer einen Gewerbebetrieb. Auch Personengesellschaften und juristische Personen (wie GmbH, Unternehmergesellschaft oder sogar Aktiengesellschaften) können „Kleinunternehmer“ sein.
  • Die Kleinunternehmerregelung bleibt aber auf jeden Fall personenbezogen: Zwar darfst du theoretisch mehrere kleine Unternehmen betreiben – um weiterhin als Kleinunternehmer zu gelten, muss aber deren Gesamtumsatz (!) mit umsatzsteuerpflichtigen Waren und Dienstleistungen unter der Kleinunternehmergrenze bleiben.
  • Mit Ausnahme einiger Umsatzsteuerbestimmungen gelten für Kleinunternehmer dieselben steuerlichen und sonstigen rechtlichen Vorschriften wie für alle anderen Unternehmer! Das betrifft auch die Meldepflichten, die wir unter der Überschrift „Genehmigungen und Meldepflichten: Muss das sein?“ zusammengefasst haben.

Die Kleinunternehmer-Anmeldung

Lediglich beim „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ gibt es für Kleinunternehmer auf Seite 6 im Abschnitt „7. Angaben zur Anmeldung und Abführung der Umsatzsteuer“ eine Besonderheit:

Fragebogen Finanzamt

Hier machst du die folgenden Angaben:

  • Im Abschnitt 7.1 trägst du in Zeile 131 die Summe deiner geschätzten Umsätze im Jahr der Betriebseröffnung und im Folgejahr ein.
    Wichtig: Die Kleinunternehmer-Umsatzgrenze von 17.500 Euro ist ein Jahreswert. In der Zeile 7.1 gibst du trotzdem deine tatsächliche Umsatzerwartung an. Falls du nicht im Januar startest, erledigt das Finanzamt die Hochrechnung deines „Rumpfjahr“-Umsatzes auf das Gesamtjahr selbst.
  • Im Abschnitt 7.3 teilst du dem Finanzamt in Zeile 133 mit, dass du die Voraussetzungen der Kleinunternehmerregelung erfüllst und dass du sie in Anspruch nehmen willst: Das war’s dann auch schon!

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Noch ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Umsätze von Kleinunternehmern sind nicht steuerfrei! Die Umsatzsteuer wird bloß „nicht erhoben“. Falls du auch umsatzsteuerfreie Waren und Dienstleistungen erbringst (zum Beispiel im Bereich der Medizin oder Bildung), werden diese Umsätze nicht auf die Kleinunternehmer-Umsatzgrenze angerechnet. Die dazugehörigen Angaben machst du auf dem Finanzamts-Fragebogen in den Abschnitten 7.5 und 7.6.

Dort trägst du auch den Steuersatz ein, der für deine Dienstleistungen und / oder Produkte gilt. Das Finanzamt geht grundsätzlich davon aus, dass du den Regelsteuersatz von 19 % anwendest. Falls du auch oder nur Leistungen erbringst, die dem „ermäßigten Steuersatz“ von 7 % unterliegen, gibst du die „Art des Umsatzes / der Tätigkeit“ in Zeile 146 an. Ausführlichere Informationen zu diesem Thema bietet unser Beitrag „Welcher Steuersatz gilt? 0%, 7 % oder 19 %?

Du willst noch mehr zum Thema Kleinunternehmer und der Kleinunternehmerregelung wissen?

In unserer invoiz Bibliothek findest du eine umfassende Informationsseite! Einmal hier entlang: „Kleinunternehmerregelung: Was du als Kleinunternehmer wissen musst!“. 🙂

Noch Fragen?

Was du als Kleinunternehmer in Sachen Steuern und Buchführung sonst noch alles beachten musst und wie invoiz dir dabei hilft, erfährst du auf folgenden Seiten:

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3 Kommentare

  1. Hallo sehr geehrte Teammitglieder,
    wie wäre es, wenn ihr für Kleinunternehmer eine Warnung einbaut; „Wenn du weiter so erfolgreich wirtschaftest, am Jahresende die Grenze von 17.500 € Umsatz überschritten wird. Das bedeutet, dass Du ab 1. Januar ohne vom Finanzamt informiert zu werden Rechnungen mit MWST ausstellen musst.“
    Es gibt meiner Recherche nach in Deutschland kein Rechnungs Programm, dass darauf hinweist. Dabei ist es so einfach für das Programm. Der User versteht meist nicht bewusst, das es nicht um den Gewinn geht, und wirtschaftet einfach weiter bis nach Abgabe und Erhalt der Einkommensteuerklärung im Sommer.
    Durch diesen automatischen unverbindliche Warnung können über ca 2000 € nachträglich zu zahlender Ust eingespart werden.
    Ich stehe in Kontakt mit Finanzbeamten, die mir auch bestätigen, wie oft Kleinunternehmer in diese Falle tappen. Für diese Berechnung ist kein Steuerberater, kein Finanzamt nötig, – ledig die Summe der Rechnungen pro Jahr dürfen nicht über 17500 € gehen. Denkt darüber bitte nach!

  2. Wir betreiben ein Kleinunternehmen (GbR, Mehrwertsteuerpflichtig) mit zwei Personen. Nun möchten wir eine weitere GbR gründen, mit 4 Personen. Die beiden anderen Gesellschafter sind in keinen weiteren Gesellschaften. Wie verhält es sich jetzt mit dem umsatzsteuerpflichtigen Gesamtumsatz aus unserem Betrieb . Wird dieser (personenebezogen) für uns wirklich mit in die neue GbR übertragen.

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