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Steuererklärung trotz Kleinunternehmerregelung

Moritz Buhl

Als Kleinunternehmer darfst du keine Umsatzsteuer auf deinen Rechnungen ausweisen. Im Gegenzug bekommst du auch keine Vorsteuer erstattet – klar. Aber dafür kannst du dir die Umsatzsteuervoranmeldungen und den ganzen anderen Umsatzsteuer-Zirkus sparen.

Den ganzen Zirkus? Genau genommen nicht: Denn obwohl du keine Umsatzsteuer in Rechnung stellst und einkassierst, ist einmal im Jahr eine Umsatzsteuererklärung fällig. Anders als bei den Voranmeldungen gibt es nämlich keine Vorschrift, durch die Kleinunternehmer von der Steuererklärung befreit sind. Deine Umsatzsteuererklärung musst du zusammen mit …

  • deiner Einnahmenüberschussrechnung (= Gewinnermittlung),
  • der „Anlage S“ (für Selbstständige Tätigkeiten) oder „Anlage G“ (für Gewerbebetriebe),
  • deiner privaten Einkommensteuererklärung sowie
  • allen anderen Steuerunterlagen (zum Beispiel „Anlage K“ für Kinder oder „Anlage N“ für Arbeitnehmertätigkeiten)

… bis spätestens 31. Mai des Folgejahres in elektronischer Form ans Finanzamt übermitteln. Wenn du dich von einem Steuerberater unterstützen lässt, kannst du dir mit der Abgabe deiner Steuererklärungen bis Dezember des Folgejahres Zeit lassen.


Praxistipp: Manche Finanzämter nehmen es mit der Umsatzsteuererklärung von Kleinunternehmern nicht so genau. Bevor du dir unnötig Arbeit machst, fragst du am besten beim zuständigen Sachbearbeiter deines Finanzamts nach.

Unvermeidliche Umsatzsteuer-Nullnummer

Zum Glück ist die Kleinunternehmer-Umsatzsteuererklärung meistens schnell erledigt: Letztlich geht es nur darum, gegenüber dem Finanzamt ausdrücklich zu erklären, wie hoch deine Umsätze waren und dass du keine Umsatzsteuer eingenommen hast. Das ist mit einigen wenigen Angaben auf dem Steuerformular erledigt.

Falls du deine Steuererklärungen nicht dem Steuerberater überlässt, brauchst du dafür eine Internetverbindung, eine elektronische (Steuer-)Signatur und eine passende Software:

  • Du kannst das kostenlose amtliche Windows-Programm „ElsterFormular“ verwenden.
  • Steuererklärungen lassen sich auch über „ElsterOnline“ verschicken: Das ist das ebenfalls gebührenfreie Dienstleistungsportal der Finanzverwaltung.

Für die Datenübermittlung brauchst du eine persönliche „elektronische Signatur“ in Form einer Zertifikatsdatei und einer PIN. Damit beweist du die Echtheit der übermittelten Daten und stellst sicher, dass sie unterwegs nicht verändert werden können. Falls du noch keine elektronische Steuer-Signatur hast, musst du sie beantragen. Leider macht das mehr Arbeit als die eigentliche Übermittlung der Steuererklärung(en). Immerhin: Gebühren fallen keine an. Außerdem ist die Registrierung nur einmal erforderlich. Du kannst deine Steuer-Signatur jahrelang nutzen

Du willst noch mehr zum Thema Kleinunternehmer und der Kleinunternehmerregelung wissen?

In unserer invoiz Bibliothek findest du eine umfassende Informationsseite! Einmal hier entlang: „Kleinunternehmerregelung: Was du als Kleinunternehmer wissen musst!„. 🙂

So bekommst du deine elektronische Steuer-Signatur

Für Steuerzwecke genügt normalerweise ein Elster-Konto mit kostenloser ElsterBasis-Signatur. Um dich zu registrieren, klickst du auf der Elster-Startseite auf den Button „Benutzerkonto erstellen“:

Elster Registrierung

Der anschließende Registrierung-Zehnkampf besteht aus folgenden Schritten:

  1. Start der Registrierungs-Prozedur
  2. Dateneingabe
  3. Registrierungs-Versand
  4. Bestätigung der E-Mailadresse
  5. Versand einer Aktivierungs-ID per E-Mail
  6. Versand eines Aktivierungs-Codes per Post
  7. Eingabe der Aktivierungsdaten
  8. Erstellen der Elster-Zertifikatsdatei
  9. Herunterladen der Elster-Zertifikatsdatei und
  10. erstmaligem Login.

Registrierung

Keine Sorge, das klingt komplizierter als es ist: Am besten folgst du einfach den Schritten des Registrierungs-Assistenten und in den E-Mails. Durch den zwischenzeitlichen Postversand kann es allerdings zwischen einigen Tagen und zwei Wochen dauern, bis du deine Steuer-Signatur einsetzen kannst. Am besten wartest du daher nicht bis auf den letzten Drücker.

Deine elektronische Steuersignatur besteht aus einer Zertifikats-Datei, die du auf deinem Rechner speicherst und einer selbst gewählten PIN. Mit „ElsterSmart“ gibt es neuerdings auch eine (etwas umständliche) Möglichkeit, die Elster-Signatur mithilfe eines Smartphones zum Einsatz zu bringen.

Hinweis: Leichter und schneller geht es wiederum mit einer Steuersoftware. Denn hierfür brauchst du nämlich gar kein Signatur-Zertifikat – und das ganze eben beschriebene Prozedere entfällt. Stattdessen gibt es online beispielsweise bei steuer:Web den steuer:Abrufservice. Damit kannst du deine Daten und Belege direkt vom Finanzamt abrufen. Einmal eingerichtet kannst du so Jahr für Jahr deine Daten und Belege ganz einfach in die Steuererklärung übernehmen. 🙂

invoiz Screenshot

Dein Finanz- und Rechnungstool

Kleinunternehmer-Umsatzsteuererklärung

Die eigentliche Umsatzsteuererklärung ist dann wirklich schnell erledigt. Wenn du die Finanzamts-Software ElsterFormular einsetzt, sieht das zum Beispiel so aus:

  • Im Bereich „Unternehmer und Selbstständige“ klickst du unter „Umsatzsteuererklärung für 2017“ auf den Button „Neu erstellen:KU USt 2017
    Es reicht, wenn du die Seite 1 des Formulars „Umsatzsteuererklärung“ ausfüllst:
  • Ganz oben wählst du das für dich zuständige Finanzamt
  • In Abschnitt A machst du die „Allgemeinen Angaben“ zu deiner Person und deinem Unternehmen,
  • trägst in Abschnitt B („Angaben zur Besteuerung der Kleinunternehmer“) in den Zeilen 33 und 34 die Jahresumsätze der letzten beiden Jahre ein (nicht den Gewinn: Gefragt ist die Summe deiner an sich umsatzsteuerpflichtigen Einnahmen),
  • setzt ein Häkchen vor Zeile 29 zur „Anlage UR“ (sofern du keine Geschäfte mit Unternehmern aus anderen EU-Ländern gemacht hast – falls doch, solltest du die Einzelheiten auf jeden Fall mit einem Steuerberater besprechen – Kleinunternehmer-Regelung hin oder her…).

KU-USt 2017 Seite1

Zum Abschluss klickst du im Menü „Senden“ auf den Menüpunkt (1) „Steuererklärung an das Finanzamt senden“: Das war’s auch schon!

KU-USt 2017 Senden

Praxistipp: Wenn du deine elektronische Steuer-Signatur zum ersten Mal einsetzt, solltest du vor dem Versand deiner Steuererklärung über den Menüpunkt „Senden“ > „Verbindungstest“ > (2) „authentifiziert“ eine signierte Datenübermittlung ausprobieren (mit Auswahl deiner Elster-Zertifikatsdatei und PIN-Eingabe). So bekommst du ein Gefühl für die (einfache) Prozedur: Deine eigenen Daten werden beim Testversand nicht übermittelt.

Fortsetzung folgt: Bei den übrigen Steuererklärungen gibt es grundsätzlich keinen Unterschied zwischen (umsatzsteuerlichen) Kleinunternehmern und allen anderen Selbstständigen und kleinen Unternehmern. Was da noch alles auf dich zukommt, erläutern wir bei nächster Gelegenheit in einem Überblicksbeitrag an dieser Stelle: Stay tuned!

Noch Fragen?

Was du als Kleinunternehmer in Sachen Steuern und Buchführung sonst noch alles beachten musst und wie invoiz dir dabei hilft, erfährst du unter anderem auf folgenden Seiten:

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