Kleinunternehmerregelung

Die Kleinunternehmerregelung – Für wen gilt sie und wie hoch sind die Umsatzgrenzen?

§19 „Besteuerung der Kleinunternehmer“ des Umsatzsteuergesetzes (UStG), allgemein als „Kleinunternehmerregelung“ bekannt, regelt vereinfachend die Abgabe der Umsatzsteuer für Gründer, Selbstständige und Unternehmer, die mit ihrer Tätigkeit nur niedrige Umsätze erreichen. Anträge auf Anwendung der Kleinunternehmerregelung können beim Finanzamt gestellt werden. Die Grenze für Umsatz inklusive der darauf entfallenden Umsatzsteuer liegt im Gründungsjahr bei 17.500 Euro und für den voraussichtlichen Umsatz im folgenden Wirtschaftsjahr bei 50.000 Euro. Diese Umsatzgrenzen müssen eingehalten werden, daher sollte der Umsatz regelmäßig überwacht werden, ansonsten haben Überschreitungen ebenso wie voraussichtliche Überschreitungen der Umsatzgrenze im darauffolgenden Jahr den Verlust des Kleinunternehmer-Status zur Folge.

Übrigens: In unserer invoiz Bibliothek findest du noch weiterführende Informationen zu diesem Thema! 🙂 Einmal hier entlang: „Kleinunternehmerregelung: Was du als Kleinunternehmer wissen mussst“.

Vereinfachte Umsatzsteuerregelungen und besondere Bedingungen

Zu Beginn einer Selbstständigkeit kann die Kleinunternehmerregelung von Vorteil für Gründer sein, da aufgrund dessen, dass keine Umsatzsteuer-Voranmeldungen erforderlich sind und eine einfache Einnahme-Überschuss-Rechnung ausreicht, der Verwaltungsaufwand geringer ist. Ein Kleinunternehmer muss also nicht so viel Zeit in die Buchhaltung stecken und kann die dadurch gewonnene Zeit beispielsweise für die Kundenakquise und andere Tätigkeiten, die dem Aufbau und der Profilierung seines Unternehmens dienen, nutzen. Auch die Rechnungsstellung gestaltet sich für einen Kleinunternehmer unkomplizierter, denn er darf ja aufgrund der Umsatzsteuerbefreiung für Kleinunternehmer dem Kunden die Umsatzsteuer nicht in Rechnung stellen.

Allerdings sind dabei auch einige Pflichten zu erfüllen: alle Rechnungen eines Kleinunternehmers müssen den Vermerk enthalten, dass die Umsatzsteuer gemäß §19 UStG nicht ausgewiesen wird. Eine typische Formulierung dafür ist beispielsweise: „Als Kleinunternehmer im Sinne von § 19 Abs. 1 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.“

Des Weiteren gilt die Bedingung, dass ein Kleinunternehmer, der selbst keine Umsatzsteuer einnimmt, hinsichtlich seiner Eingangsrechnungen auch auf die Erstattung der darauf ausgewiesenen und gezahlten Umsatzsteuer durch das Finanzamt verzichten muss. In anderen Worten: wer sich für die Kleinunternehmerregelung entscheidet, verzichtet auf das Recht auf Vorsteuerabzug.

Kleinunternehmerregelung – Ja oder Nein?

Für den Start kann die Kleinunternehmerregelung hilfreich sein, auf Dauer sind Jahresgesamteinnahmen von unter 17.500 Euro meist nicht erstrebenswert. Gründer können freiwillig darauf verzichten, den Status als Kleinunternehmer in Anspruch zu nehmen, bleiben jedoch in Folge für einen Zeitraum von fünf Kalenderjahren an diese Entscheidung gebunden („Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung“). Es empfiehlt sich im Vorfeld eine eingehende Beratung durch einen Steuerberater.